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Die Eule

Lege dich hin und spüre, wie die Unterlage dich trägt. Wie deine Arme getragen werden und deine Beine. Wie dein Rücken halt findet.
Vielleicht hast du dich zugedeckt und in eine Decke eingehüllt, die dich schön warm hält. So liegst du da und fühlst dich sicher und warm.
Schließe die Augen oder suche dir einen Punkt, wo sich deine Augen ausruhen können.
Lasse nun deine Gedanken zu deinem Atem wandern. Spüre nach, wie er durch deine Nase in deinen Körper hineinfließt. Vielleicht kannst du wahrnehmen, wie ein Windhauch deine Nase kühlt, wenn du einatmest. Folge der Luft, die in dich einströmt, so weit es geht. Dann spüre nach, wie dein Atem wieder aus dir hinaus fließt.
Dein Brustkorb hebt und senkt sich dabei, langsam, im Rhythmus deines Atems. Genau wie dein Bauch sich etwas hebt und senkt.

Wenn du magst, folge mir nun mit deinen Gedanken

Deine Gedanken wandern zu einem großen Baum. Dort in dem Baum gibt es eine Höhle. Aus dieser Höhle schauen zwei Augen heraus. Stell dir vor, es sind deine Augen, die aus dem Baum hinausgucken. Es sind zwei neugierige, große und runde Augen. Du tapst aus der Höhle heraus und trittst in den Mondschein, der alles um dich herum in ein wunderschönes, silbernes Licht hüllt. Als du an dir hinunterschaust und dich im Mondschein betrachtest, stellst du fest, das du eine kleine und wunderschöne Eule bist. Da sind die Federn und dort deine kleinen orangen Krallen. Sie schauen kaum unter deinen flauschigen Federn hervor. Als du deine Arme ausbreiten willst, heben sich rechts und links von dir große Schwingen. Es sind deine Flügel. Du probierst sie aus, zuerst nur langsam und vorsichtig. Doch in deinem Innern weißt du, dass du seit deiner Geburt weißt, wie du sie benutzen musst, um zu fliegen. Es ist ein schönes Gefühl, wie der Wind durch die Federn rauscht. Du willst dich noch einmal davon Überzeugen, dass da wirklich Flügel sind und so schaust du einmal nach rechts und später nach links und bewegst deine Schwingen. Vor deinem Inneren Auge kannst du sehen, wie es aussieht, wenn dein Kopf sich dreht, ohne dass man die Bewegungen des Halses sieht, weil die dicken und flauschigen Feder ihn verdecken.
Du schaust dich noch ein paar Mal um, streckst dann deine Flügel aus und stößt dich ab. So schwebst du von deinem Schwingen getragen hinab zwischen den Bäumen hindurch in die Nacht. Du bewegst deine Flügel auf und ab, und sie tragen dich Stück für Stück höher.
Dein Weg führt dich auf eine Lichtung. Dort unten im Gras siehst du, wie ein Häschen vorbeihuscht. Deine Eulenaugen sind hervorragend geeignet, um in der Nacht zu sehen. das Häschen guckt dich an und es überlegt einen kleinen Moment, ob es Angst vor dir haben muss. Aber dann erkennt dich der Hase. Er nickt dir zu und du rauscht über ihm vorbei.
Es ist eine große Lichtung über die du hinwegfliegst. Du siehst, dass dort Rehe stehen. Es ist eine Mutter mit ihrem Rehkitz. hat es nicht schöne weiße Flecken?
Auch die Mutter schaut dich an, schaut ob von dir eine Gefahr ausgeht, denn ein Reh ist ein Fluchttier. Sie nickt dir zu und beginnt wieder zu grasen.
Du schwebst weiter über einen See. Du senkst deinen Flug, so dass ganz nah über der Wasseroberfläche entlanggleitest. Das Wasser ist glatt wie ein Spiegel und der Mond, der Vollmond spiegelt sich darin. Der Lichtschein scheint einen Weg durch das Wasser zu bahnen, direkt auf den Mond zu. Du änderst deine Flugbahn. Nun folgst du diesem Weg aus Licht, direkt auf den Mond zu. Du bist ganz überrascht, als du feststellst, wie weit du fliegen kannst. Mit einem mal bist du dort bei dem Mond und schaust von dort hinab auf die Erde. Du siehst, wo es Tag ist und siehst wo die Nacht ist. Die Erde sieht von hier oben lustig aus, ein bisschen so, wie ein Globus, so als könntest du sie mit den Fingern berühren und drehen, immer schneller, wie ein Spielzeug.
Du siehst Amerika, Afrika, Asien und in der Mitte ist das Land in dem du lebst. Du lässt deinen Blick schweifen. Um dich herum siehst du verschiedene Sterne. Du hast sie schon einmal von der Erde aus gesehen. Aber da wirkten sie viel kleiner. Hier oben vom Mond aus, sehen sie so aus, als könntest du sie pflücken. Du schaust dich weiter um und siehst die Landschaft des Mondes. Doch schließlich ist es dir hier zu einsam und du beschließt zurückzukehren. So machst du dich über die Straße aus Licht wieder auf den Weg zum See. Du tauchst wieder auf der Lichtung auf und schwebst über wie Wasseroberfläche hinweg, bis du wieder auf den Wald zufliegst. Du drehst noch eine kleine Rund über den See und guckst, wie schön es hier ist, sieht Freunde, die dich schon lange begleiten.
Schließlich bist du müde und du kehrst zu deiner Höhle zurück. Du setzt dich auf den Ast und lässt deinen Blick schweifen und lauscht den Geräuschen des Waldes. Hier fühlst du dich zuhaus, hier geht es dir gut.

Mit einem Gefühl genau an diesem Ort dich sicher und geborgen zu fühlen, kehrst du zurück in deine Gestalt als Mensch. Du Atmest tief ein und aus. Spürst noch einmal, wie die Luft in dich hineinströmt und wieder aus dir heraus fließt. Du lässt deinen Gedanken freien Lauf und schließlich gleitest du in deine Traumwelt hinein und entspannst dich ganz und gar.

(Bild: Mia Gudowius, 10J.)
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